In eigener Sache: Verfasst von einem Marktteilnehmer. Die Warnzeichen sind so gewählt, dass sie sich auch am eigenen Angebot prüfen lassen.
Die neun Warnzeichen
1. Garantierte Positionen
Niemand hat Zugriff auf die Rangfolge einer Suchmaschine. Eine Garantie ist entweder eine leere Zusage oder bezieht sich auf Anfragen, nach denen niemand sucht.
2. Kaltakquise mit angeblichen Fehlern
„Wir haben 47 Fehler auf Ihrer Website gefunden" stammt aus einem automatischen Werkzeug und wurde massenhaft versendet. Die Befunde sind meist Kleinigkeiten ohne Wirkung.
3. Feste Anzahl Verweise als Leistung
„50 Backlinks im Monat" bedeutet gekaufte oder automatisiert platzierte Verweise. Das Risiko trägt allein Ihre Domain.
4. Keine Angabe zu den Ausführenden
Wenn nicht gesagt wird, wer die Arbeit macht, ist die Antwort meist: wechselnde Kräfte oder ausgelagert.
5. Berichte nur mit Positionen
Positionen ohne Impressionen, Klicks und Anfragen zeigen ein ausgewähltes Bild. Auffällig wird es, wenn die berichteten Anfragen aus Monat zu Monat wechseln.
6. Zugänge bleiben beim Anbieter
Search Console, Statistik und Domainverwaltung gehören Ihnen. Wer sie nicht herausgibt, baut eine Abhängigkeit auf.
7. Lange Laufzeiten ohne Ausstieg
Sechs Monate sind fachlich begründbar. Vierundzwanzig ohne Kündigungsmöglichkeit sind es nicht.
8. Keine Antwort auf die Abratenfrage
„Wann würden Sie von einer Zusammenarbeit abraten?" Wer darauf nichts sagen kann, hat noch nie abgeraten.
9. Zusagen zu KI-Nennungen
Neu hinzugekommen: garantierte Nennungen in ChatGPT oder ähnlichen Systemen. Es gibt keine Rangliste, in die man sich einkaufen könnte.
Was kein Warnzeichen ist
Ein Anbieter, der lange Zeiträume nennt, ungern Garantien gibt und bei manchen Vorhaben abrät. Das wirkt im Verkaufsgespräch schwächer und ist fachlich das bessere Zeichen.