Wer täglich auf Positionen schaut, sieht ständig Bewegung. Der schwierigste Teil der Arbeit ist zu unterscheiden, was davon Bedeutung hat.

Was normale Schwankung ist

  • Tägliche Bewegung um wenige Positionen
  • Unterschiede zwischen Standorten und Endgeräten
  • Saisonale Verläufe – im Jahresvergleich sichtbar, im Monatsvergleich irreführend
  • Testphasen von Suchmaschinen, die nach Tagen wieder verschwinden

Was ein echter Einbruch ist

  • Rückgang über viele Anfragen gleichzeitig
  • Anhaltend über mehrere Wochen
  • Sichtbar in Klicks und Impressionen, nicht nur in Positionen
  • Zeitlich zuordenbar zu einem bekannten Update oder einer eigenen Änderung

Die erste Frage nach einem Einbruch

Nicht „Was hat Google geändert?", sondern „Was haben wir geändert?". In der Mehrzahl der Fälle liegt die Ursache im eigenen Haus: ein Deployment, eine geänderte robots.txt, ein versehentliches noindex, ein Serverproblem, ein abgelaufenes Zertifikat.

Diese Prüfung dauert eine Stunde und erspart wochenlange Spekulation.

Was nach einem Update sinnvoll ist

  1. Zwei Wochen abwarten – Updates laufen gestaffelt aus
  2. Betroffene Seiten identifizieren, nicht die gesamte Domain betrachten
  3. Nach Mustern suchen: Seitentyp, Thema, Alter, Inhaltstiefe
  4. Erst dann handeln

Was nicht sinnvoll ist

Sofortige Umbauten. Wer in der ersten Woche reagiert, ändert auf Verdacht und kann später nicht mehr unterscheiden, was die Erholung bewirkt hat.

Ebenso wenig sinnvoll: Empfehlungen aus Fachbeiträgen ungeprüft übernehmen. Nach jedem Update kursieren Deutungen, von denen sich die meisten nicht halten.

Was Konstanz tatsächlich erzeugt

Breite. Eine Website, die über zweihundert Anfragen Zugriffe erhält, verkraftet Bewegung bei zwanzig davon. Eine, die von fünf Anfragen abhängt, ist bei jedem Update gefährdet. Diversifizierung ist die wirksamste Absicherung – und sie entsteht nur über Zeit.