In eigener Sache: Der Herausgeber betreut Kunden teils seit über einem Jahrzehnt und hat daran ein Interesse. Die folgenden Prüfpunkte lassen sich auch auf diese Zusammenarbeit anwenden.

Was für lange Zusammenarbeit spricht

  • Kenntnis des Geschäfts, die sich nicht schnell aufbauen lässt
  • Historie: Was wurde wann versucht, was hat gewirkt?
  • Eingespielte Abläufe bei Freigaben und Abstimmung
  • Kein Einarbeitungsverlust, der bei jedem Wechsel anfällt

Woran Trägheit erkennbar ist

  • Die Maßnahmen der letzten drei Jahre unterscheiden sich kaum
  • Berichte werden erstellt, aber nicht besprochen
  • Neue Entwicklungen tauchen erst auf, wenn der Auftraggeber danach fragt
  • Es wird nichts vorgeschlagen, was den eigenen Umfang verringern würde

Der letzte Punkt ist der aussagekräftigste. Wer über Jahre nie vorgeschlagen hat, eine Leistung zu reduzieren, hat entweder ein außergewöhnlich stabiles Projekt oder nicht darüber nachgedacht.

Die jährliche Prüfung

Einmal im Jahr lohnen vier Fragen:

  1. Was hat sich in den letzten zwölf Monaten messbar verändert?
  2. Welche Maßnahme hat nicht funktioniert?
  3. Was würden wir heute anders aufsetzen als vor drei Jahren?
  4. Welche Leistung könnte entfallen?

Diese Fragen zu stellen ist kein Misstrauen, sondern normale Zusammenarbeit. Ein Anbieter, der sie als Angriff versteht, hat die Antwort schon gegeben.

Wann ein Wechsel sinnvoll ist

Wenn sich die Ausrichtung des Unternehmens grundlegend ändert, wenn neue Anforderungen fachlich nicht abgedeckt sind, oder wenn über zwei Jahre keine Veränderung messbar war und die Erklärungen dafür wechseln.

Der Übergabefall

Bei einem Wechsel entscheidet die Dokumentation. Zugänge, Maßnahmenhistorie, Fragenkataloge und erarbeitete Inhalte gehören dem Auftraggeber – das gehört in den Vertrag, nicht in ein Abschlussgespräch.