In eigener Sache: Ein erheblicher Teil der eigenen Aufträge entsteht über Empfehlungen. Die folgenden Rückfragen gelten deshalb auch hier.
Warum Empfehlungen tragen
Sie beruhen auf einer tatsächlichen Zusammenarbeit statt auf einer Selbstdarstellung. Das ist mehr, als jede Rangliste liefern kann – und der Grund, warum sie in der Praxis das wirksamste Auswahlkriterium bleiben.
Die drei Rückfragen
1. Wann war das?
Eine Empfehlung von 2019 beschreibt möglicherweise ein anderes Unternehmen: andere Mitarbeitende, andere Größe, andere Schwerpunkte. Bei Empfehlungen über drei Jahre zurück lohnt die Nachfrage, ob der Kontakt noch besteht.
2. Was war die Aufgabe?
Wer eine Migration begleitet hat, muss keine laufende Inhaltsarbeit können – und umgekehrt. Eine Empfehlung gilt für die Aufgabe, die tatsächlich erledigt wurde.
3. Was hat nicht gut funktioniert?
Die aufschlussreichste Frage. Jede längere Zusammenarbeit hat Reibungspunkte. Wer keinen nennen kann, hat entweder wenig zusammengearbeitet oder antwortet höflich statt genau.
Woher Empfehlungen kommen sollten
Von jemandem mit vergleichbarem Vorhaben: ähnliche Größe, ähnliches System, ähnliche Wettbewerbslage. Die Empfehlung eines Konzerns hilft einem Handwerksbetrieb wenig – dort arbeiten andere Menschen an anderen Aufgaben.
Wo Empfehlungen an Grenzen stoßen
Sie bevorzugen, wer gut vernetzt ist. Gute Anbieter ohne Netzwerk bleiben unsichtbar. Ergänzend lohnt deshalb die Suche nach der eigenen konkreten Aufgabe – wer dazu substanziell geschrieben hat, hat sie meist gelöst.
Der Sonderfall Empfehlung durch Dienstleister
Wenn die Werbeagentur eine SEO-Agentur empfiehlt, kann das Fachkenntnis sein oder eine Provisionsvereinbarung. Die Frage danach ist legitim und wird von seriösen Beteiligten ohne Umschweife beantwortet.