Bei mehrsprachigen Websites entscheidet die Struktur über den Aufwand der nächsten Jahre. Sie lässt sich später nur mit einer vollständigen Migration ändern.
Die drei Varianten
Länderdomain (beispiel.fr): Stärkstes Signal für ein Land, höchster Aufwand. Jede Domain baut ihre Autorität eigenständig auf.
Unterverzeichnis (beispiel.de/fr/): Am häufigsten die richtige Wahl. Die Autorität der Hauptdomain wirkt mit, der Aufwand bleibt überschaubar.
Subdomain (fr.beispiel.de): Technisch getrennt, ohne den Vorteil einer eigenen Länderdomain. Selten die beste Wahl, außer bei getrennter technischer Infrastruktur.
Sprache oder Land?
Eine häufig übersprungene Unterscheidung. Deutsch für Deutschland und Deutsch für die Schweiz sind zwei Fassungen – aber nur dann sinnvoll getrennt, wenn sich Inhalte tatsächlich unterscheiden: Preise, Währung, Rechtstexte, Versandbedingungen. Identische Texte mit anderem Länderkürzel bringen nichts und erzeugen Pflegeaufwand.
Wo hreflang scheitert
Die Auszeichnung verlangt wechselseitige Verweise: Jede Fassung verweist auf alle anderen und auf sich selbst. Ein einziger fehlender Rückverweis entwertet das Netz. Ab drei Sprachen gehört die Erzeugung automatisiert – von Hand gepflegte hreflang-Angaben sind binnen Monaten fehlerhaft.
Übersetzen reicht nicht
Suchanlässe unterscheiden sich zwischen Ländern. Ein wörtlich übersetzter Begriff trifft häufig nicht das, wonach gesucht wird. Eine eigene Recherche je Sprache ist Pflicht, keine Kür – und der Punkt, an dem die meisten internationalen Projekte an Wirkung verlieren.
Der pragmatische Einstieg
Mit einer zweiten Sprache im Unterverzeichnis beginnen, sauber auszeichnen, Wirkung abwarten. Wer gleichzeitig sechs Sprachen ausrollt, hat sechs halbfertige Fassungen und keine Erkenntnis darüber, ob sich der Aufwand lohnt.