Ein Relaunch ist technisch überschaubar und in einer Hinsicht riskant: Wenn Adressen sich ändern, ohne dass die alten weitergeleitet werden, verschwindet ein Teil der über Jahre aufgebauten Auffindbarkeit. Das fällt erst Wochen später auf.

Der Ablauf in sechs Schritten

  1. Adressen beibehalten, wo es geht. Jede vermiedene Weiterleitung ist besser als jede gut gemachte – auch bei einem Schreibfehler im Pfad.
  2. Vollständig erfassen. Aus Sitemap, Serverprotokoll und Crawl. Das Protokoll ist die wichtigste Quelle: Es zeigt Adressen, die tatsächlich aufgerufen werden.
  3. Einzeln zuordnen. Jede alte Adresse bekommt ein inhaltlich passendes Ziel.
  4. Dauerhaft weiterleiten. Statuscode 301, keine vorübergehende Weiterleitung.
  5. Ketten vermeiden. Alt zu Zwischenstand zu Neu kostet bei jedem Schritt.
  6. Nach dem Umzug prüfen. Alle alten Adressen durchlaufen lassen und Statuscodes protokollieren – erneut nach einer Woche und nach einem Monat.

Der Fehler, der am meisten kostet

Die Sammelweiterleitung auf die Startseite. Für Besucher ärgerlich, und Suchmaschinen behandeln solche Weiterleitungen häufig wie eine Fehlerseite. Der Aufwand für eine einzelne Zuordnung ist ein Bruchteil des Verlusts.

Was zusätzlich mitwandern muss

  • Sitemap unter derselben Adresse
  • Eine robots.txt, die nicht versehentlich alles sperrt
  • Inhaberschaft in Search Console und Bing Webmaster Tools – vor dem Umzug prüfen
  • Interne Verweise auf die neuen Adressen, nicht über Weiterleitungen

Zeitpunkt und Erwartung

Nach einem sauberen Umzug ist eine vorübergehende Schwankung normal, typischerweise über einige Wochen. Wer nach zehn Tagen Bilanz zieht, zieht sie zu früh. Bleibt der Rückgang nach zwei Monaten bestehen, liegt ein Fehler vor – meist in der Zuordnung.