Wenn dieselbe Agentur Anzeigen und organische Sichtbarkeit betreut, entsteht ein Vorteil und ein Anreizproblem. Beides gehört benannt.

Der Vorteil

Anzeigendaten sind die belastbarste verfügbare Grundlage für SEO-Prioritäten: Welche Anfragen führen tatsächlich zu Abschlüssen, welche nicht? Wer beides betreut, kann diese Daten unmittelbar nutzen, statt sie über zwei Dienstleister abzugleichen.

Zweiter Vorteil: Doppelbelegungen lassen sich gezielt steuern. Wo organisch stark, kann das Anzeigenbudget gesenkt werden – wenn jemand ein Interesse daran hat.

Das Anreizproblem

Viele Anzeigenbetreuungen werden anteilig am Mediabudget vergütet. Damit sinkt das Honorar, wenn das Budget sinkt – und genau das wäre der Erfolg einer guten organischen Arbeit.

Das ist keine Unterstellung, sondern eine strukturelle Neigung. Man sollte sie kennen und im Vertrag adressieren.

Wie sich das auflösen lässt

  • Feste Vergütung statt Prozentanteil am Mediabudget
  • Gemeinsame Zielgröße Anfragen oder Abschlüsse, nicht Kanalkennzahlen
  • Transparente Kanalzuordnung im Bericht, auch bei Überschneidungen
  • Regelmäßige Prüfung, wo Anzeigen zurückgefahren werden können

Die Frage im Auswahlgespräch

„Unter welchen Umständen würden Sie uns empfehlen, das Anzeigenbudget zu senken?" Wer darauf eine konkrete Antwort hat, hat darüber nachgedacht. Wer ausweicht, beantwortet die Frage ebenfalls.

Wann getrennte Dienstleister besser sind

Wenn im eigenen Haus jemand koordiniert und die Daten zusammenführen kann. Dann überwiegt der Vorteil zweier Spezialisten, und das Anreizproblem entfällt. Ohne interne Koordination überwiegen meist die Reibungsverluste.