Der übliche Ablauf – drei Angebote einholen, präsentieren lassen, günstigstes nehmen – belohnt Präsentationsfähigkeit. Ein Verfahren, das die Arbeit bewertet, sieht anders aus.
Vor der Anfrage: die Aufgabe beschreiben
Nicht „wir wollen besser ranken", sondern: Welche Anfragen bekommen wir heute, welche wollen wir bekommen, was hindert uns technisch, wer arbeitet im Haus mit. Je präziser die Aufgabe, desto vergleichbarer die Angebote.
Die Probeaufgabe
Wirksamer als jede Präsentation: Bitten Sie um eine schriftliche Einschätzung zu einer konkreten Frage aus Ihrem Projekt – etwa, ob eine bestimmte Seitenstruktur sinnvoll ist. Zwei Seiten genügen. Die Antworten unterscheiden sich erfahrungsgemäß deutlich, und zwar entlang der fachlichen Tiefe.
Was in ein vergleichbares Angebot gehört
- Welche Leistungen konkret erbracht werden, mit Umfang
- Wer die Arbeit macht, mit Namen
- Wie berichtet wird und welche Kennzahlen enthalten sind
- Wie mit technischen Abhängigkeiten umgegangen wird
- Was am Ende der Zusammenarbeit übergeben wird
Der letzte Punkt wird fast nie gefragt und ist der wichtigste: Wem gehören Zugänge, Dokumentation und aufgebaute Inhalte?
Zur Laufzeit
Eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten ist fachlich begründbar, weil vorher keine belastbare Aussage möglich ist. Vierundzwanzig Monate ohne Ausstiegsmöglichkeit sind es nicht. Ein Zwischenstand nach drei Monaten mit ordentlicher Kündigungsmöglichkeit ist ein fairer Kompromiss.
Warnzeichen im Angebot
- Garantierte Positionen oder Zeitzusagen
- Eine feste Anzahl Verweise als Leistungsbestandteil
- Berichte, die ausschließlich aus Positionen bestehen
- Keine Angabe, wer die Arbeit tatsächlich ausführt
Der Preisvergleich
Das günstigste Angebot ist selten das billigste. Aussagekräftiger als der Monatspreis ist die Frage, wie viele Arbeitsstunden dahinterstehen und wer sie leistet. Bei sehr niedrigen Preisen ist die Antwort meist: wenige, und ausgelagert.